20. Mai 2009

Ökologische Dämmstoffe – Wachsende Marktchancen Leistungsfähige Produktionsanlagen für hochwertige Holzfaser-Dämmplatten

Der Markt für Dämmstoffe wächst weiterhin kontinuierlich. Energieeinsparung bietet das größte Potenzial, um Heizkosten und Kohlendioxydemission zu reduzieren. Mit einer geeigneten Dämmung können nicht nur  im Winter Heizkosten für Gebäude reduziert, sondern auch im Sommer der Verbrauch von elektrischer Energie für Klimaanlagen gesenkt werden. Weltweit und insbesondere in Europa gewinnt vor allem die Gebäudedämmung mit ökologisch erzeugten Werkstoffen aus Holz immer mehr an Bedeutung. Dieffenbacher liefert hierfür ein einzigartiges Anlagenkonzept zur Herstellung von festen und flexiblen Holzfaser-Dämmplatten.

Dämmstoffe aus Holzfasern werden wegen ihrer insgesamt sehr guten Eigenschaften, wie u.a. niedrige  Wärmeleitfähigkeit, hohe  Wärmespeicherkapazität, Diffusionsoffenheit,  Feuchteregulierung,  schon  seit langer  Zeit bevorzugt  eingesetzt.
Die bisher bekannten Herstellungsprozesse haben jedoch  Nachteile,  die  einen  breiteren  Einsatz  dieser ökologischen Dämmstoffe eingeschränkt haben. Für das bisher überwiegend verwendete Nassverfahren sind dies die Einschränkung in der Dicke auf max. 40 mm und Dichte auf minimal 150  kg/m3  [atro] und die sehr erhebliche Belastung der Produktionskosten für Maßnahmen zur Aufbereitung  der  umweltschädlichen  großen  Abwassermengen. Bei dem bisher bekannten Trockenverfahren mit Kunststofffaseranteil ist es die Beschränkung auf ausschließlich flexible Dämmplatten.

Die gestiegenen Anforderungen von Markt und Gesetzgebung an Dämmstoffe sowie die Entwicklung von leistungsfähigeren MDI Klebstoffen, führten zu einem neuen umweltfreundlichen Trockenverfahren. Dieffenbacher hat dieses Verfahren weiterentwickelt, um sowohl feste als auch flexible Dämmplatten auf einem Anlagentyp im Dickenbereich von 20–250 mm und Dichtebereich von 35–250 kg/m3 (atro) zu produzieren.

Auf diesen Anlagen können bis zu 1.400 m3 Dämmplatten am Tag bei einem Hackschnitzeleinsatz von max. 6,5 t/h (atro) hergestellt werden.

  • Hackschnitzel Zerfaserung in einer Refineranlage unter Dampfdruck
  • Fasertrocknung in einem Stromrohrtrockner
  • Beleimung der trockenen Faser mit MDI/PMDI in speziellen Beleimungsmaschinen (Feste Dämmplatte), alternativ:
  • BiKo-Kunststofffasern gemischt mit Holzfaser (Flexible Dämmplatte)
  • Streustation mit hochauflösenden Austragswalzen
  • Formband mit Faserkuchenverdichtung und Seitenbesäumung
  • Kalibrierung und Aushärtung im CSS System
  • Rohplattenhandling mit Dämmplattenaufteilung und Profilierung

Die gleichmäßige Beleimung der  trockenen  Faser ist hierbei  ein entscheidender Prozessschritt, der sich sowohl auf den Klebstoffverbrauch als auch auf die Dämmplatteneigenschaften deutlich auswirkt. Für die Produktion von flexiblen Dämmplatten wird dem Faserstrom nach dem Trockner eine bestimmte Menge Kunststofffasern zugegeben, in einer speziellen Maschine gleichmäßig vermischt und der Streustation  zugeführt. Der zweite entscheidende  Prozessschritt  ist  die Kalibrierung und Aushärtung des Faserkuchens. In der von Dieffenbacher  entwickelten Aushärteeinheit „CSS“ wird sowohl für die feste Dämmplatte der MDI Klebstoff sowie auch für die flexible Dämmplatte die Kunststofffaser durch Dampfzugabe zur Reaktion gebracht. Besondere Maßnahmen führen zu einem homogenen Dichteprofil  der  Dämmplatte  wodurch sehr gute physikalische  Werte  der Platte erreicht werden und der Rohstoffverbrauch minimiert wird.Die so hergestellten Dämmplatten erreichen, je nach Dichte, eine Wärmeleitfähigkeit von 0,031 W/m*K, eine Druckfestigkeit (bei 10 % Stauchung) von über 160  kPa und können gezielt mit Hydrophobierungsmittel oder Brandschutzmittel dem jeweiligen Einsatzzweck angepasst werden. Brandschutzanforderungen an Dach-  und  Wandkonstruktionen mit den neuen Dämmplatten können problemlos durch verschiedene  geprüfte  konstruktive  Aufbauten in den Widerstandsklassen  F30  –  F90 realisiert werden. Das bekannte angenehme Wohnklima, welches Holz bietet, wird ebenfalls durch den Einsatz  von Holzfaser-Dämmplatten noch  verbessert, da dieser Dämmstoff  eine  Phasenverschiebung der Tag/Nacht-Temperaturen sowie einen Feuchtigkeitsausgleich in den Wohnräumen bewirkt.Die am Anfang des Artikels genannten Nachteile der bisherigen Herstellverfahren von Holzfaser-Dämmplatten haben deren Marktanteil  auf ca. 3 % am gesamten Dämmstoffmarkt von ca. 40 Mio. m2 /Jahr in Deutschland begrenzt. Dadurch bietet sich für den Einsatz des neuen Trockenverfahrens  zur  Produktion von Qualitäts-Holzfaser-Dämmplatten ein  enormes Wachstumspotential im Bereich der hochwertigen, effizienten und ökologischen Gebäudedämmung.

Herr Tröger, Geschäftsführer Homatherm GmbH, in Berga:
„Anfang des Jahres 2007 fiel bei Homatherm die Entscheidung, in eine weitere Anlage  zur Herstellung von Holzfaserdämmplatten  zu  investieren. Nach intensiven  und konstruktiven Gesprächen und Verhandlungen haben wir uns mit der Unterzeichnung eines Vertrages in November des  gleichen  Jahres für eine  Zusammenarbeit mit der Firma Dieffenbacher entschieden: Ein überzeugendes Konzept in den Bereichen Streuung und Aushärteeinheit mit einer Aushärtetemperatur größer 100 °C sowie gegenseitiges Vertrauen in die Leistung des Anderen waren ausschlaggebend. Einem Montagebeginn Ende 2008 folgte am 2. April 2009 die Produktion der ersten Platte. Es war von Beginn an ein ambitioniertes Projekt, welches durch hohen Einsatz  beiderseits – Homatherm  und Dieffenbacher – in Kürze zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht wurde.“

Bild: CSS-Dämmplattenpresse


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