CPS+ Das Beste aus zwei Welten

Mit der CPS verfügt Dieffenbacher über 25 Jahre Erfahrung mit dem Bau kontinuierlicher Pressen. Mit der Presse ContiPlus aus dem Tochterunternehmen SWPM in Shanghai kommen weitere 15 Jahre Erfahrung hinzu. Mit beiden Pressensystemen ist die Dieffenbacher Gruppe erfolgreich am Markt: Beide Systeme sind in allen Regionen der Welt vertreten, zusammen wurden sie schon etwa zweihundert Mal gebaut und in Betrieb genommen.

Auch wenn sich ihre Bauweise in einigen Merkmalen unterscheidet, eint sie doch das Wesentliche – beide Pressensysteme liefern dem Platten-produzenten, was er sich von ihnen verspricht: zuverlässige und effiziente
Produktion von qualitativ hochwertigen Holzwerkstoffplatten.

Die mit der CPS und der ContiPlus gesammelten Erfahrungen nutzten die Dieffenbacher Ingenieure nun bei der Entwicklung der neuen CPS+. Mit dem Besten aus beiden Welten vereint die CPS+ die wesentlichen Konstruktionsmerkmale beider bisheriger Pressensysteme zu einem einzigartigen Pressendesign mit weiter verbesserten Eigenschaften.

Mit Sicherheit schnell

Die neue Maximal-Geschwindigkeit der CPS+ in der Dünnplattenproduktion liegt bei 2.500 mm/s. Das ist ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell. Das bedeutet auch eine bis zu 20 Prozent höhere Kapazität. Die THDF-Produktion mit der neuen Presse wird trotz hoher Geschwindigkeit sicherer als jemals zuvor. Unmittelbar vor dem bewährten Dieffenbacher Doppelgelenk-Presseneinlauf überwacht ein Röntgensensor die Matte. Werden Mattendopplungen oder Verwerfungen erkannt, werden im selben Augenblick automatisch die Druckzylinder entlastet und die Presse gestoppt. Dafür wurde auch das Bremssystem verstärkt. Optimierte Biegestäbe und Ketten sorgen für ein ruckfreies Stoppen.

Ziehende Multipotzylinder an den ersten drei Pressengestellen unterstützen die sofortige Druckentlastung, wenn das Press Infeed Protection System (PIP) auslöst.

Dieses patentierte, einzigartige Sicherheitspaket, Press Infeed Protection (PIP) genannt, gehört zur Standardausstattung der CPS+ für Holzwerkstoffplatten unter 6 Millimeter Plattendicke, die mit einer Geschwindigkeit über 1.200 mm/s gefertigt werden. Optional kann PIP auch bei allen anderen Auslegungen der CPS+ eingebaut werden. Vorgängermodelle können selbstverständlich ebenfalls mit dem Sicherheitspaket nachgerüstet werden.

Schnellerer Temperaturübergang

Bereits im Einlauf der Presse erfährt die Matte hohen Druck. Entsprechend hoch ist die Belastung der Heizplatte. Bei Dieffenbacher werden die Heizplatten durch gehärtete Abrollplatten vor Beschädigungen geschützt. Neu ist nun, dass die ersten Abrollplatten, mit denen die Matte in Kontakt kommt, ebenfalls mit Heizkanälen versehen – thermoaktiv – sind. Dadurch kann, wie der Druck, auch die Wärmeübertragung von der Presse in die Matte früher erfolgen. Messungen bei Kunden ergaben eine um 20 Kelvin höhere Oberflächentemperatur des Stahlbands im Presseneinlauf. Die Mattendurchwärmung auf 100° Celsius wurde dadurch 18 Sekunden früher erreicht. Entsprechend reduzierte sich der Pressfaktor.

Die Heizplatten werden durch Abrollplatten geschützt. Um dennoch einen schnellen Wärmeübergang zu gewährleisten, wird nun auch die Abrollplatte beheizt.

Starr und doch flexibel

Der Aufbau der Gestelle der CPS+ ist ähnlich dem, der bisherigen CPS. Weiterhin besteht der modulare Fensterrahmen aus vier Rahmenelementen. Von der ContiPlus wurde die Bauweise der innenliegenden Presszylinder übernommen. Bei der CPS+ sind die Zylinder in der oberen Rahmenbaugruppe bereits vormontiert, was die Aufbauzeit reduziert und den Transport deutlich vereinfacht. Die Heizplatten werden durch Abrollplatten geschützt. Um dennoch einen schnellen Wärmeübergang zu gewährleisten, wird nun auch die Abrollplatte beheizt. Diese modulare Bauweise bietet gegenüber Fensterrahmen aus einem Stück mehrere Vorteile. Zum einen werden Wartungs- und Instandsetzungszeiten verkürzt, zum anderen wird eine spätere Verlängerung der Presse mit minimaler Stillstandzeit ermöglicht, sofern Fundament und Pressengrube entsprechend vorbereitet sind.

Modulare Rahmenbauweise mit vormontierten Druckzylindern.

Produktwechsel ohne Unterbrechung

Jahrzehntelang bei der CPS bewährt ist die thermische Mitnahme der Gestelle, auch ein bedeutendes Qualitätsmerk- mal der neuen CPS+. Beim Ausdehnen der Heizplatten durch den Temperaturanstieg wandern alle Gestelle – auf Gleitplatten gelagert – inklusive den darin montierten Zylindern mit den Heizplatten mit. Es entstehen keine Ölleckagen. Die Presse bleibt absolut trocken, dadurch ist es wie bisher möglich, einen Produktwechsel, der auch eine Temperaturänderung der Heizplatten erforderlich macht, ohne Produktionsunterbrechung, also ohne ein „Leerfahren“, durchzuführen.

Optimale Druckverteilung

Das „Aufatmen“ der noch nicht aus-gehärteten Platte zwischen den Zylinderreihen wird durch das Parallel Press Gap System (PPS) minimiert, welches ebenfalls schon seit vielen Jahren Standard bei der CPS ist. Zusätzliche Druck-verteilplatten sind nicht notwendig. Die Kräfte der oben liegenden Zylinder und die Gegenkräfte der unteren Rahmenelemente werden in Längsrichtung versetzt aufgefangen. Dazu sind die Heizplatten- und Abrollplatten-Dicken, die Anzahl der Zylinderreihen und die Gestellabstände oben und unten zueinander so definiert, dass der Pressspalt zwischen den Gestellen nur minimal variiert und immer nahezu parallel verläuft. Die gleichmäßige Druckverteilung in Längsrichtung ermöglicht hohe Leimeinsparungen und führt zu hervorragenden Dickentoleranzen bei gleichzeitig herausragender Oberflächenqualität der Holzwerkstoffplatten.

Oben: Ohne das Dieffenbacher Parallel Press Gap System (PPS) würde die Matte zwischen Zylinderreihen aufatmen.
Unten: Durch die bewährte Anordnung der Druckzylinder und Gestelle wird ein durchgehender paralleler Pressspalt erreicht.

Alles unter Kontrolle

Die Druckzylinder wirken, wie schon bei der ContiPlus von Dieffenbacher SWPM, von oben direkt auf die Heizplatten. Die Zylinder im linken und rechten Randbereich einer Zylinderreihe wirken je nach Einsatzzweck einzeln oder gemeinsam. Mit ihnen erfolgt das Einstellen der Produktbreite rein hydraulisch. Die mittleren Zylinder einer Zylinderreihe werden je nach Druckzone einzeln, paar- oder gruppenweise gesteuert – dies erfolgt bei Bedarf vollautomatisiert mit dem weiter entwickelten Leitsystem Proguide+

Die Zylinderreihen sind in Längsrichtung außerdem mit unterschiedlich vielen Zylindern bestückt. Sie sitzen zueinander versetzt und homogenisieren so das Oberflächenbild der erzeugten Platte. Unmittelbar nach dem Verlassen der Presse wird die Plattendicke über die Breite gemessen. Die Steuerung regelt daraufhin automatisch den Druck der Hydraulikzylinder, in der Kalibrierzone entsprechend. Diese Mess- und Regelschleife ist mitverantwortlich für die außerordentlich guten Dickentoleranzen der CPS+ über die Plattenbreite.

Versetzt angeordnete Druckzylinder sorgen für eine ausgeglichene Plattenoberfläche.

Sicherer Stahlbandlauf

Eine weitere wichtige Neuerung der CPS+ ist die automatisierte Orthogonal-Verstellung für einen einwandfreien Stahlbandlauf, der permanent gemessen wird. Verläuft das Stahlband unter Last, wirkt eine motorische Mechanik auf den Rollstangenlauf ein. Die Rollstangen werden um Zehntel-Millimeter in ihrer Richtung beeinflusst, so dass das Stahlband automatisch wieder seinen Ideallauf einnimmt. Aufwändiges manuelles Einstellen des Stahlbandlaufs gehört der Vergangenheit an, und ein Schrägstellen der Presse wird vermieden. Dadurch erhöhen sich nicht nur die Betriebssicherheit und die Lebensdauer des Stahlbandes sowie der Maschinenteile, sondern es kann auch die Verfügbarkeit der Anlage erhöht und der Leimverbrauch gesenkt werden, da ein Schrägstellen der Presse vermieden wird. Der um 15 Prozent vergrößerter Durchmesser der Stahlbandtrommeln am Pressenauslauf, die optimierte Anzahl an Führungsrollen und eine flachere Stahlbandführung im Rücklauf der Presse reduzieren unerwünschte Knick- und Biegeeinflüsse auf das Stahlband deutlich und sorgen für eine entsprechend längere Lebensdauer. Darüber hinaus kann die CPS+ nun auch mit Stahlbändern bis 3,5 Millimeter Dicke betrieben werden, was insbesondere bei OSB-Anlagen und beim Fertigen hoher Plattendichten von Vorteil ist.

Eine saubere Sache

Bei der CPS+ wurde auch konsequent die Wartungsfreundlichkeit berücksichtigt. Versorgungsseite und Wartungsseite der Presse sind klar voneinander getrennt. Das erleichtert den Zugang zur Presse und den Zugriff auf innenliegende Komponenten enorm. Das Austauschen von Verschleißteilen ist mit nur minimalem Zeitaufwand durchzuführen. Auch die Pressengrube präsentiert sich aufgeräumt und sauber. Sowohl die Ventilblöcke, als auch die Schaltschrankkästen sind in ergonomischer Arbeitshöhe installiert, was die Wartung und Pflege der kontinuierlichen Dieffenbacher Presse erleichtert. Zu guter Letzt will die CPS+ auch im Bereich Emissionsschutz neue Maßstäbe setzen. Das neue Absaugsystem nimmt Ausgasungen der gepressten Matte (direkt am Pressspalt und oberhalb der Presse) auf und führt sie dem Abgaswäscher zu.

Video

Die neue kontinuierliche Presse CPS+

Highlights der LIGNA 2015:
Innovationen

ligna 2015