Dieffenbacher verordnet sich gruppenweites Fitness-Programm

Das Eppinger Familienunternehmen hat sich in den letzten zehn Jahren zu einer internationalen Unternehmensgruppe mit einem Umsatz von 450 Millionen Euro (2013) entwickelt. An 17 Produktions-, Service- und Vertriebsstandorten sind etwa 1800 Mitarbeiter beschäftigt. Am Stammsitz in Eppingen hat sich die Anzahl der Mitarbeiter in den letzten drei Jahren um rund 80 Mitarbeiter auf über 700 Beschäftigte erhöht. Überwiegend wurden technische Fachkräfte und Ingenieure eingestellt.

Vor dem Hintergrund der derzeit schwächelnden Weltkonjunktur mit Großprojekten in Krisenregionen wie Russland sowie hoher finanzieller Aufwendungen für die Markteinführung neuer Produkte hat das Unternehmen ein Kostenreduzierungsprogramm für die nächsten beiden Jahre in Höhe von insgesamt 25 Millionen Euro verabschiedet. Als Grund gibt das Unternehmen an, dass die Aufwendungen, neue Produkte wie Pelletanlagen oder innovative Karbonfasertechnologie zur Marktreife zu bringen, zum Teil höher waren, als das Unternehmen veranschlagt hatte. Dennoch ist die Geschäftsführung davon überzeugt, dass diese Innovationen eine wichtige Investition in die Zukunft von Dieffenbacher darstellen. Mit diesen Technologien will das Unternehmen in neue Industriebereiche vordringen und die Grundlage für weiteres Wachstum schaffen.  „2014 ist eigentlich kein schlechtes Jahr. Wir befinden uns nach wie vor in der komfortablen Situation, dass mit einem großen Auftragsbestands und einem guten Auftragseingang im laufenden Jahr eine ausreichende Auslastung bis in die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2015 gesichert ist“, schätz Wolf-Gerd Dieffenbacher, Geschäftsführender Gesellschafter, die aktuelle Situation ein.

Notwendige Restrukturierungen erfolgen überwiegend bei ausländischen Standorten. Beschlossen wurde ein Personalabbau von etwa 100 Mitarbeitern an den asiatischen und nordamerikanischen Standorten. Für den Stammsitz in Eppingen wurden mit der IG-Metall und dem Betriebsrat ein Zusatztarifvertrag sowie ergänzende Vereinbarungen getroffen. Dabei verzichten die Mitarbeiter auf Guthaben von Zeitkonten in Höhe von 75 Stunden je Mitarbeiter. Darüber hinaus wurde eine Stundung von Einmalzahlungen wie Teile des Weihnachtsgelds vereinbart, verbunden mit einem Besserungsschein zur Rückzahlung der gestundeten Beträge, sobald die Unternehmensergebnisse wieder besser sind. Es wird damit gerechnet, dass dies bereits im Jahr 2015 der Fall sein wird. Im Gegenzug wurde für die Beschäftigten eine Zusage zur Standortsicherung bis Ende 2015 gegeben, nach der betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind. Weiterhin erhalten die Beschäftigten im Jahr 2015 einen Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung unter der Voraussetzung, dass bestimmte Unternehmensergebnisse erzielt werden.

Die Mitarbeiter haben in einer Abstimmung mit einer großen Mehrheit von über 92 Prozent dem von Geschäftsführung und Betriebsrat gemeinsam vorgeschlagenen Gesamtpaket zugestimmt, was die große Verbundenheit mit dem Unternehmen deutlich macht.